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Ungebrochener Zustrom zur Wallfahrt zum Heiligen Sebastian PDF E-Mail
Donnerstag, 21. Januar 2010 um 09:30 Uhr
St. Sebastian
Haisterkirch - Seit Jahrzehnten ja Jahrhunderten pflegen die Oberschwaben zum Schutzheiligen gegen Seuchen ein besonders inniges Verhältnis. Am gestrigen Namenstag des Hl. Sebastian pilgerten wieder Hunderte von Gläubigen hinauf zum Grabener Höhenrücken, wo die Wallfahrtskapelle des Hl. Sebastian „im Tann" an höchster Stelle (758m) in einer inzwischen vergrößerten Waldlichtung steht.


Mit einem Festgottesdienst in der Haisterkircher Pfarrkirche St. Johannes Baptist wurde um 9.00 Uhr der „Haisterkircher Nationalfeiertag" würdevoll und feierlich eröffnet. Die Gottesdienstbesucher strömten schon eine Stunde vorher ins Gotteshaus, um sich einen Sitzplatz zu sichern. Das kirchliche Großereignis der Pfarrgemeinde lässt sich unschwer erkennen, denn im weiten Umkreis um Kirche und Klosterhof sind Gehwege und Hofzufahrten zugeparkt. Die Pilger kamen wieder aus dem ganzen Nahbereich vor allem aus Bad Waldsee, Bad Wurzach, Bergatreute, Wolfegg, dem südlichen Kreis Biberach - was an den Autonummern zu erkennen war - aber auch aus dem Schussental. Wer erst 20 Minuten vor Gottesdienstbeginn eintraf, musste sich mit einem Stehplatz begnügen.

Pfarrer Richard Schitterer freute sich, so viele gläubige Menschen begrüßen zu dürfen und hieß auch die zehn mitzelebrierenden Priester darunter den Festprediger Domkapitular Paul Hildebrand hier in Haisterkirch willkommen.

Als Vorbild und Fürspecher im Glauben schilderte Domkapitular Hildebrand den Märtyrer Sebastian. „Sebastian war hart im Nehmen", hatte den Mut nicht verloren nach dem Anschlag auf ihn, ließ sich nicht von seinem Glaubensweg abbringen und musste dies letzendlich mit dem Tod bezahlen. Auch heute erleben wir in vielen Ländern des Nahen Ostens und in Asien, dass Christen benachteiligt und verfolgt werden. Es gibt aber auch die Erkenntnis, dass Bedrängte zusammenstehen und im Glauben wachsen. Die Entwicklungen bei uns in der Mitte Europas sind durch ein säkulares Weltbild geprägt.

Der Domkapitular erinnerte an Aussagen von Bischöfen, die von einer „Verdunstung des Glaubens" sprechen oder feststellen müssen: „Der Grundwasserspiegel des Glaubens sinkt". Eine Kehrtwendung ist angesagt: „Wir müssen wieder vom Gewohnheitsglauben zum überzeugten Glauben finden, der hl. Sebastian hat dies in vorbildlicher Weise vorgelebt". Dazu gab der Festprediger auch deutliche Anregungen: „Die Liebe und Fürsorge für die Armen wecken (Stichwort: Caritas), Bemühen um das Verstehen der hl. Schrift, die täglichen Gebete wieder pflegen."

Eine Kernaussage des Festpredigers lautete: „ Die Botschaft des Evangeliums fordert ein Umsetzen im Tun". Der Kirchenchor Haisterkirch umrahmte den Gottesdienst mit der einfühlsam gesungenen „Waldseer Messe". Die Chorgemeinschaft unter Leitung von Karsten Maluck sorgte für die feierliche Note des Festgottesdienstes. Beeindruckt waren die Kirchenbesucher auch vom begleitenden Orgelspiel durch Andreas Buck und dem Gesangssolo des Dirigenten Karsten Maluck sowie dem Trompetensolo von Joachim Rist.

Alle Hände voll zu tun hatten die Mitglieder des Chors nach dem Gottesdienst und der anschließenden Wallfahrt mit der Verpflegung so vieler Gäste. Im Nu waren alle Plätze im Pfarrgemeindesaal und im angrenzenden Jugendraum belegt durch Pilger, die schon von der Wallfahrt zurückkamen. Der Vorsitzende des Kirchenchors Herbert Eisele meinte: „ Schade, dass viele unser Verpflegungsangebot nicht wahrnehmen können.Wir haben aber einfach zu wenig Platz. Die Turnhalle wäre gerade recht, aber die liegt abseits vom Festgeschehen".


Text und Fotos Rudi Martin









 
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