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Sonntag, 21. Februar 2010 um 00:00 Uhr |
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Bad Waldsee - Während am „Gumpigen Donnerstag" die Narren in Bad Waldsee ihren wichtigsten Hochfasnettag feierten, versammelten sich schon morgens um 9.00 Uhr die Brüder der Marianischen Älteren Bruderschaft in der Osterhofener Kapelle „Mariä Opferung", um bei einer Eucharistiefeier mit besonderen Fürbittgebeten der verstorbenen Mitglieder zu gedenken.
Pfarrer Richard Schitterer persönlich stand dem Gottesdienst vor und begründete in seiner Ansprache an die „Brüder", warum er diesen Brauch ganz hoch achtet. „Da haben sich vor über 300 Jahren - als Gründungsdatum der Älteren Bruderschaft wird ja 1702 angegeben - Männer zusammengefunden, um verstorbenen Mitgliedern durch Gebet und Messopfer zur Seite zu stehen. Es war eine Zeit nach langen Kriegen und der Pest, die auch in dieser Raumschaft gewütet hat, als die Menschen wieder enger zusammenrückten und solche Bündnisse (Gebetsgemeinschaften) schlossen. Eine durchaus soziale Einstellung lässt sich erkennen, geht es doch um das Seelenheil verstorbener Mitmenschen.
Mit Anerkennung ist zu registrieren, dass auch heute noch dieser Brauch mit großer Ernsthaftigkeit gepflegt wird und die Mitglieder Profil zeigen".
Am Schluss des Gottesdienstes nach dem Totengedenken sprechen Priester und die Gläubigen gemeinsam ein Bruderschaftsgebet zur schmerzhaften Mutter Gottes Maria. So wie es in der 1986 neu verfassten Satzung der „Älteren Marianischen Bruderschaft festgelegt ist, traf man sich nach dem Jahrtag zur Jahresversammlung im Gasthaus zur „Rose" in Hittelkofen.
Der Waldseer Hans Holdenried, aus Osterhofen stammend, trug den Jahresbericht vor und gab bekannt, wer für die beiden 2009 verstorbenen Mitglieder als Nachrücker in die Schar der 63 Männer aufgenommen worden ist. Sein Rechenschaftsbericht wurde mit Wohlwollen einstimmig angenommen. Eine von ihm angeregte Diskussion über die Verlegung des Jahrestags weg vom „Gumpigen Donnerstag" hin zum Donnerstag nach Aschermittwoch ( wie dies übrigens früher so war - ein Artikel im „Waldsee`r Wochenblatt von 1876 belegt dies) war schnell beendet.
„Wir bleiben bei dem Termin, der seit Jahrzehnten üblich ist", so die Antwort eines Bruderschaftsmitglieds und dieser Meinung schlossen sich zustimmend alle an.
Gäbe es einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde für die Mitgliedsdauer in einer Bruderschaft, Hans Holdenried wäre wahrscheinlich darin vermerkt. Der heute 71jährige ist seit 1948 Mitglied der Älteren Bruderschaft - seit fast 2 Jahrzehnten ihr Pfleger (ehrenamtlicher Manager) - und führt die Liste der 63 seit Jahren an. Grund: Als Bub rückte er - so die Regel - für den jung verstorbenen Vater nach.
An 2. Stelle ( Mitgliedsdauer) liegt Karl Dorn, der unlängst den 90. Geburtstag feiern konnte und an 8. Stelle folgt Otto Rothenhäusler, der dieses Jahr ebenfalls 90 Jahre alt wird.
Anmerkung: Es gibt im Haistergau auch noch die „Jüngere Bruderschaft", deren Gründung offensichtlich im Jahr 1718 erfolgte. Auch sie wird mit einer Richtzahl von 63 Mitgliedern von Erich Härle als Pfleger geführt. Jahrestag ist stets am Donnerstag in der „großen Woche vor Weihnachten".
Ernst Deiringer aus Osterhofen hat sich auf die Suche nach Daten und Fakten über die hiesigen Bruderschaften gemacht und ist fündig geworden. Mithilfe seiner Unterlagen wird an dieser Stelle eine interessante Zusammenfassung veröffenlicht werden.
Zum Bericht von Rudi Martin einige Fotos
 Pfarrer Richard Schitterer bei der Ansprache
 Totenamt
 Segnung
 Bruderschaftstafel Osterhofen
 Hans Holdenried, Pfleger
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