Reute - Gegendarstellung zum Internetartikel der Schwäbischen Zeitung „Wir wollen doch keine Kinder vertreiben"
Sehr geehrter Herr Kaiser,
soeben habe ich im Internet den oben genannten Artikel vom 1.3.2010 / 18:15 Uhr gelesen. Ich denke, dass dieser am Dienstag so in der Schwäbischen Zeitung erscheint.
Hierzu möchte ich einige Dinge richtig stellen. Ich gehe davon aus, dass sie vom Ehepaar Zembrot zu einem Interview eingeladen wurden und Ihnen dann die Geschichte aus dieser Sichtweise berichtet wurde.
In der Anlage finden Sie den Brief, welcher an alle Ortschaftsräte ging, dazu die Stellungnahme von Herrn Geiss als Schulleiter der Durlesbachschule und die Stellungnahme des Elternbeirates von mir als Vertreterin des Elternbeirates unterschrieben, da ich ja den Vorsitz habe.
Hieraus wird schon mal klar ersichtlich, dass wir uns mit dem Anwohnerbrief sehr wohl auseinandergesetzt haben.
Die ganze Sache mit der Kinderfeindlichkeit ist folgendermaßen entstanden. Es gab am 20. Januar 2010 ein Gespräch mit den Anwohnern in der Schule. Hier waren mit anwesend Herr Grobe, Herr Bendel, Frau Cornelia Arnold-Weiß und meine Person.
In dem Brief wurde von einem sachlichen Gespräch gesprochen. Diesem kann ich nur widersprechen. Wir wurden für viele Dinge in den vergangen 20 Jahren angegriffen. Zudem wurde von Frau Zembrot ganz klar erklärt, dass es unerträglich sei, wenn die Mädchen im Alter von 10 bis 12 Jahren kreischen und lachen würden, da dies in den höchsten Tönen erfolgen würde.
Ein anderer Anwohner sagte uns, die 5000.- € welche durch die Eltern erwirtschaftet wurden, wären in Haiti besser aufgehoben als bei uns im Pausenhof. Dies nur um ein paar Beispiele des „sachlichen" Gespräches zu nennen.
Wer persönlich in der Sitzung vom Donnerstag dem 25.02.2010 anwesend war kann folgendes bestätigen:
Herr Grobe betonte, das er in außergewöhnlichem Maße eine Diskussion zugelassen hat, welche in einer Bürgerfragestunde normalerweise nicht üblich ist.
Meine Frage war lediglich, warum die Anwohner am Mittwoch bei Sitzung nicht auch vor stellig waren, nachdem in Gaisbeuren ebenfalls abgestimmt worden ist. Die Briefe wurde auch an die Ortschaftsräte in Gasibeuren verteilt. Es erfolgten aber keine Fragen wie in Reute.
In Gaisbeuren waren lediglich 4 Elternvertreterinnen anwesend die mir über die Diskussion in allen Details berichteten.
Ich habe erklärt, dass in Gaisbeuren einstimmig abgestimmt wurde, und die Torwand ausdrücklich auch Wunsch der Ortschaftsräte war, ebenso wurde bedauert, dass der Elternbeirat nachgegeben hat und die Spielkombination „Colorado" aus dem Plan herausgenommen hat.
Zum Basketballkorb habe ich die Frage gestellt, wie lange dieser denn schon stünde, und warum er erst jetzt zum Problem wurde.
Ebenso bin ich der Meinung, dass wir uns mit den Jugendlichen zusammensetzen sollten und nach einer Lösungsmöglichkeit suchen. Dies sollte in einem klar festgelegten Rahmen stattfinden.
Was unsere Spielgeräte anbelangt, wurde ganz klar erklärt, das diese für die Altersgruppe bis 12 Jahre ausgelegt sind. Ich habe ebenfalls erläutert, das im Schulwesen eventuell mit gewissen Änderungen zu rechnen ist und wir uns eventuell auf ein längeres Gemeinsames Lernen bis Klasse 6 einstellen müssen, und hier sollte dann der Pausenhof auch noch attraktiv sein.
Weiterhin habe ich mich dafür eingestetzt, dass die beiden Tischtennisplatten abgebaut werden, da diese laut Anwohner sowieso nur als Sitzgelgenheiten dienen oder zum abstellen der Radiorecorder. Hierzu gab es eine längere Diskussion, ob nicht vielleicht doch eine Platte stehen bleiben solle. Wir haben jedoch bereits im Elternbeirat uns ganz klar dafür ausgesprochen, dass diese Platten immer wieder zu Unfrieden beitragen und somit auch eine Entspannung für die Anwohner bieten. Hiervon wird jedoch in keinster Weise gesprochen. Das ist dann wohl selbstverständlich.
Meiner Meinung werden in dieser ganzen Diskussion Äpfel mit Birnen verglichen und nicht die Dinge getrennt. Es geht hier ganz klar um die Gestaltung eines PAUSENHOFES (für den der es immer noch nicht begriffen hat) und nicht um einen Freizeitplatz für Jugendliche.
In zweiter Linie würden wir gerne an einem Konzept arbeiten, welches für die Jugendlichen einen Platz bietet, der allen gerecht wird und zu einer entspannten Situation für alle führt.
Da ich auch im Thema Jugend mit involviert bin, frage ich mich, warum die Anwohner in keinster Weise bisher unterstützend waren, als die Gespräche mit der Stadt geführt wurden. In den ganzen Gesprächen und Diskussionen um Skaterplatz war von den Anwohnern bisher nichts zu sehen. Hier hätten wir sie dringend gebraucht. Dies war gerade im ELR Arbeitskreis immer wieder Thema und hier war auch das Ehepaar Zembrot mit anwesend und hätte unterstützen können.
Von ab gerupften Blumen und Fahrrädern auf der Terrasse erfahren wir nun wieder nur aus diesem Artikel. Warum werden diese Dinge nicht dann preisgegeben wenn sie passieren? Letztes Jahr, waren eine Gruppe Jugendlicher mit Alkohol vor der Halle und haben sich nicht ordnungsgemäß verhalten. In der Alten Schule wurde im Werkraum gearbeitet (nach 21 Uhr) und auch im Probenraum des Musikvereins war Betrieb. Es wurde die Polizei von den Frauen im Werkraum gerufen - von Anwohnern war keiner zu sehen. Bei diesem Anruf war die Polizei innerhalb von 5 Minuten vor Ort und hat ganz klar für Ordnung gesorgt. Es wurde an den folgen Abenden kein Jugendlicher mehr gesehen.
Es ist schon verwunderlich, das Anwohner einen Bebauungsplan zu sehen bekommen, und der Elternbeirat, welcher seit zwei Jahren an diesem Projekt hart arbeitet bisher noch nicht. Warum müssen wir einen Plan zeichnen, wenn bereits einer vorhanden ist? Dem Elternbeirat wurde zudem vorgeworfen, dass er die Anwohner im Vorfeld nicht befragt hat. Dies ist aber nicht die Aufgabe des Elternbeirates, sondern der Stadt, da der Elternbeirat die Aufgabe von Herrn Maucher erhielt, erst mal in „Vorleistung" zu gehen bevor irgendwer etwas tut.
Wie kann es sein, dass die Elternschaft alle Vorgaben erfüllt und immer wieder mit Füßen getreten wird.
Dank des Beschlusses, auf Grund der Forderung der Anwohner, dass die Torwand auch wegbleiben sollte, kostet dies nun dem Sponsor der Kletterwand 350 .- € mehr. Der Sponsor dieser Kletteranlage ist die Kinderkleiderbörse von Reute. Hier haben auch Eltern hart dafür gearbeitet. Und es bedarf einer Menge Kleidungsstücke in Kartons ein - und ausräumen, bis diese 350.-€ erwirtschaftet werden.
Abschließend möchte ich nur noch sagen, vielleicht ist es angebracht Dinge ganz klar zu trennen und vor allem nicht mit zweierlei Maßstäben zu messen.
Es gibt genügend Menschen in Reute und Gaisbeuren die auch Wohnsituationen haben, die nicht dem Optimum entsprechen, aber nicht gleich diesen Weg gehen. Dies ist aber eine andere Diskussion.
Steffi Rist Reute
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